Mittwoch, 29. August 2012

Das Wasser überwintert im Pool!

Kalendermäßig schaut demnächst der Herbst ins Land, und mit einem ungeheizten Pool wird es dank der kühleren Nächte immer schwieriger, das Plantschen im eigenen Garten zu genießen – die Wassertemperatur sinkt und verursacht zunehmend Gänsehaut. Langsam kommt also der Moment, wo es wieder heißt: Sommer-Sonne-Badespaß ade, es dauert zwar noch bis zum ersten Schnee… Aber es wird trotzdem langsam Zeit, den Pool winterfest zu machen. Nur: Was soll man mit dem vielen Wasser tun?

Fall 1: Ist der Pool eingebaut, wird empfohlen, dass Wasser unbedingt im Pool zu belassen, um das Aufschwemmen des Poolgrundes durch einen eventuell erhöhten Grundwasserspiegel zu verhindern. Das immer kühler werdende Nass wird also nur ca. 10 cm unter die Einläufe abgesenkt, damit die Leitungen leer sind und bei Frost nicht platzen können. Eigene Abdeckungen sorgen dafür, dass auch kein Wasser mehr hinein gelangen kann.

Im Bestfall ist das Wasser im nächsten Jahr immer noch klar und sauber. Voraussetzung dafür ist allerdings eine lichtdichte Plane, die gewissenhaft befestigt wird, damit kein Getier hineinkrabbeln und auch der stärkste Herbststurm keinen Schaden anrichten kann. Lebt man in einer Gegend, wo unter Umständen viel Schnee fällt, empfiehlt sich außerdem das Unterlegen von Schneeträgern oder vergleichbaren Querprofilen, damit die Schneelast auf der Plane nicht einbricht.

Man beginnt mit der Einwinterung des Pools, indem man die Sandfilteranlagen kräftig rückspült, solange das Wasser noch klar und sauber ist. Im zweiten Schritt folgt die Reinigung des Beckens: Die Wände werden von Kalkresten befreit und danach wird der Boden gründlich gesaugt. Anschließend entfernt man die Filteranlage und die Schläuche der Technik und bewahrt sie an einem frostsicheren Ort auf, damit der Kunststoff nicht spröde wird und bricht. Dies gilt übrigens für alle Zubehörteile aus Kunststoff – also auch für Reinigungsbürsten, Bodensauger etc. Weiters entfernt man sämtliche Zubehörteile, die ins Wasser eintauchen, wie Einhängeskimmer, Leitern, Einhängegegenstromanlagen etc., um zu verhindern, dass sie durch Eisbildung im Becken beschädigt werden.

Dazu kommt ein „Überwinterungshilfsmittel“ für Schwimmbäder, das vor Kalkablagerungen und Algenbildung schützen und auch den „Frühjahrsputz" des Schwimmbeckens erleichtern soll (Einige Poolbesitzer berichten allerdings davon, dass das mit dem Überwinterungsmittel versetzte Wasser beim ersten Benutzen im nächsten Jahr leicht zu schäumen beginnt…) Nichts desto trotz – nun kann nach Meinung vieler Profis das Wasser einfrieren, ohne dass Schäden entstehen.

Zur Sicherheit fragt man aber auch beim Betrieb, der das Becken eingebaut hat, nach. Nur der kennt und haftet z. B. für die im Erdreich verlegten Rohrleitungen, die im Frostbereich liegen und am meisten gefährdet sind. 

Fall 2: Das Poolwasser eines aufgestellten Pools soll abgelassen werden (muss nach Meinung von Experten aber auch nicht sein!) – das heißt, mehrere 1000 Liter chemisch aufbereiteten Wassers müssen irgendwohin. Sind der pH-Wert neutral und der Chlorwert auf unter 0,3 mg/L (je nach Empfehlung jedoch auf 0,05 mg!) gesunken, kann man – je nach verwendetem Produkt – sogar seine Pflanzen damit gießen. Die verbliebenen Sulfate und Carbonate, heißt es, seien auch in natürlichen Wässern enthalten. Es existieren zahlreiche Berichte, dass eine solche „Verrieselung“ weder Rasen noch Sträuchern schadet. Es empfiehlt sich allerdings vorher festzustellen, ob der eigene Boden soviel Wasser auch aufnehmen kann (oder z. B. aus wasserundurchlässigem Lehm besteht…). Und: Man sollte bei der Gemeinde nachfragen, ob dies überhaupt erlaubt ist (in Deutschland kann man sonst mancherorts durchaus auch unliebsame Bekanntschaft mit der Polizei machen!)
In ein Fischwasser darf Poolwasser aber auf keinen Fall gelangen, sonst könnte ein Fischsterben ausgelöst werden – für Fische wirkt nämlich eine Konzentration von 0.05 mg/l Cl toxisch. 

Was die Entsorgung via (Schmutz- und Abwasser-)Kanal betrifft, gelten unterschiedliche Richtlinien und Gesetze: In Österreich und der Schweiz ist eine Zustimmung des Kläranlagenbetreibers (meist Gemeinde) erforderlich. In der Schweiz ist der Ablauf eines Schwimmbeckens überdies so zu dimensionieren, dass nicht mehr als zwei Liter Wasser pro Sekunde (2 l/s) abfließen können – und das nur bei trockenem Wetter.